Ein Spaziergang über den Alternativen Hafengeburtstag in Hamburg

Jedes Jahr im Mai wird in Hamburg der Hafen gefeiert. Ein ausbeuterisches, kapitalistisches Fest, finden viele, und finden sich deshalb im Rücken des Fests zusammen: beim Alternativen Hafengeburtstag. Was das eigentlich ist und wer das so macht, finden wir bei einem Besuch heraus.

An den Hamburger Landungsbrücken herrscht reger Verkehr. Kleine Bootchen tummeln sich neben Fähren, ein Piratensegler neben einem dicken, grauen Marineschiff. Kurz erschrecke ich von einem langen, lauten Dröhnen: die Aida fährt mit ihrem gespitzten Kussmund einmal quer durch den Hafen. Vor der von Sonnenstrahlen leuchtenden Elbphilarmonie fahren so viele Boote im Wasser kreuz und quer, wie es nur an einem Wochenende im Jahr zu sehen ist.

Es ist ein Freitagnachmittag Anfang Mai. Der alljährliche Hamburger Hafengeburtstag hat begonnen. Die Sonne knallt auf Menschen in Jeans und Karohemd, in Shorts und Hoodie. Es ist einer der wenigen warmen Tage in diesem Frühling, doch der hanseatische Nordwind weht noch frisch um die Ohren. Am Hafenufer schallt Schlager oder Popmusik von Ständen, die entlang der Landungsbrücken beinahe nahtlos aneinander gereiht zu Bratwurst und Bier einladen. Kinder fahren auf einem Karussell und junge Pärchen mit Aperol-Spritz in der Hand schießen sich gegenseitig Plüschtiere an Kirmesbuden. Es riecht nach gebratenen Mandeln und Zuckerwatte. Die Stimmung ist ausgelassen, der Alkohol fließt bereits seit Stunden, an einem Currywurststand tanzen die ersten auf den Bierbänken. Überall werden Smartphones gezückt, die das Geschehen für die Ewigkeit im Netz platzieren werden.

Ein bisschen weiter gen Westen, am alten Elbtunnel vorbei in Richtung Fischmarkt, verändert sich das Bild auf der Straße. Es wird lauter, plötzlich dröhnt orientalischer Hip-Hop aus verschiedenen Anlagen, dumpfer Bass vibriert in den Ohren. An Ständen, die mehr nach ‘do it yourself’ als professioneller Konstruktion aussehen, hängen Antifa-Fahnen, Schilder mit durchgestrichener Kamera und Banner zeigen, dass hier weder Platz für Rassismus noch Sexismus ist. Wir sind in der linken Szene angekommen. Hier, etwas abseits vom Getümmel um die großen Schiffe, findet der Alternative Hafengeburtstag (AH) statt. Ein Ort, den es schon seit Jahrzehnten gibt. Bekannt ist er unter den Hamburger:innen trotzdem nicht überall.

Die gesamte Reportage gibt’s auf Höme

Erschienen am 11.10.2019

Foto von mir

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